Kriterien für eine Nachhaltige Veranlagung

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Immer mehr Menschen wollen, dass ihre Veranlagung nachhaltig gestaltet werden kann und sie so, neben einer schönen Rendite, auch gleichzeitig mit ihrem Geld etwas Positives zu Umwelt und Gesellschaft beitragen können.

So trifft es sich gut, dass immer mehr Fondsgesellschaften diesen Trend erkannt haben und ihre Portfolios nachhaltig ausrichten. Das heißt, sie achten vermehrt darauf, dass Unternehmen, in die sie investieren, gewisse Kriterien erfüllen oder sogar übertreffen. Und welche Kriterien das nun genau sind, wollen wir uns näher ansehen.

Inhaltsverzeichnis

Grüne Technologien
Bildung und Gesundheit
Frei von Kohle
Frei von Öl und Gas
Frei von Atomenergie
Frei von Waffen
Frei von Kinderarbeit
Artenschutz
Indigene Rechte

Grüne Technologien

Auslöser für dieses Kriterium ist sicherlich der zunehmende Klimawandel, der uns als Menschheit immer mehr ins Bewusstsein rückt. Die Entwicklungen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten werden eine Vielzahl von Risiken, aber auch Chancen beinhalten, die direkt und indirekt auf die Erderwärmung zurückzuführen sind. Und hier ist nicht nur das Individuum an sich gefragt einen Beitrag zu leisten, sondern eben auch Unternehmen und Regierungen. Die Auswirkungen des Klimawandels treffen somit auch direkt die Finanzmärkte und die jeweiligen börsennotierten Unternehmen. Natürlich birgt der Klimawandel auch Chancen für bestehende Unternehmen, neue Geschäftsfelder zu etablieren – das gilt natürlich auch für junge Unternehmen und Statt-Ups.

Grüne Technologien umfasst hier vielerlei Sparten: beginnend mit Erneuerbaren Energien und Energie-Effizienz, Recycling und Abfallwirtschaft bis hin zu Mobilität (der Zukunft).

Bildung und Gesundheit

Vereinfacht kann man hier festhalten, dass hier Unternehmen positiv Punkten können, die sich im Bereich Bildung und Gesundheit stark machen und vermehrt Einsatz zeigen. Damit sind alle Unternehmen gemeint, die verstärkt in z.B. Krankenhausträger und Bildungsträger investieren und so einen positiven Beitrag zur Entwicklung einer Gesellschaft leisten. Im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung zählt hier dann auch die regionale und städtische Entwicklung hinzu.

Frei von Kohle

Kohle hat direkt einen negativen Einfluss auf die Umwelt, ganz egal ob im Abbau oder in der Weiterverarbeitung. Bei der Verbrennung von Kohle gelangen eine Vielzahl von Schadstoffen in die Umwelt (Stickoxide, Schwefeldioxide, Feinstäube, Quecksilber etc.). Dass dies eine direkte Gefahr für die Gesundheit der Menschheit und der Tierwelt bedeutet, ist mittlerweile sehr, sehr vielen bewusst geworden. Zum Glück gilt mittlerweile auch die Kohlestromversorgung als Auslaufmodell und weicht vermehrt neueren und ressourcenschonenderen Technologien, die in der Erzeugung keinen negativen Einfluss (Luft- und. Grundwasserverschmutzung) auf die lokalen Ökosysteme haben.

Frei von Öl und Gas

Dasselbe gilt dann auch für das Kriterium „Frei von Öl und Gas“. Auch hier ist die Erzeugung und Weiterverarbeitung des Rohstoffs nicht förderlich für das Ökosystem. Hinzu kommen regelmäßig schwerste Umweltkatastrophen bei Lagerung und Transport. Auch die Erschließung neuer Bohrfelder ist der Umwelt nicht dienlich und zerstört weltweit weitreichende Regionen (Regenwald, Antarktis etc.).

Frei von Atomenergie

Atomenergie galt lange Zeit als billige und saubere Energiequelle. Sie bleibt aber zweifelsfrei keine ungefährliche. Als Beispiel dienen hier etliche Reaktorunfälle, wie u.a. in Tschernobyl und Fukushima, die eine direkte Auswirkung auf die Gesundheit der Menschen im Umland hat. Auch beim regulären Betrieb von Atomkraftwerken kommt es immer wieder zu kleineren Zwischenfällen. Selbst bei der Lagerung des Atommülls kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. Erschwerend kommt dann auch hinzu, dass die Einlagerung des Atommülls viele, viele Generationen beschäftigen wird.

Frei von Waffen

Immerhin gilt seit längerem, dass Fondsgesellschaften nicht in sogenannte geächtete Waffen investieren dürfen. Das Kriterium „Frei von Waffen“ setzt hier noch strengere Maßstäbe und erweitert die Auflagen auch um die Bereiche Herstellung und Verkauf von Waffen. Jedes Jahr sterben weltweit zehntausende Menschen aufgrund der immer mehr zunehmenden Verbreitung unterschiedlichster Waffen. Hinzu kommen dann noch bewaffnete Konflikte, die zumeist die unschuldige Zivilbevölkerung tödlich trifft. Also werden dank dieses Filters vor allem die großen Rüstungskonzerne dieser Welt kategorisch ausgeschlossen.

Frei von Kinderarbeit

Kinderarbeit ist seit jeher ein großes Problem, da mittlerweile vor allem die ärmsten Regionen der Welt betrifft. Hier müssen Kinder zum Erhalt der Familie aktiv beitragen und müssen für (zumeist) einen Hungerlohn schuften. Dies trifft vor allem für die Landwirtschafts- und Bergbaubetriebe zu, aber auch sehr stark für die Bekleidungsindustrie. Auch die international ausgelegten Zulieferketten vieler börsennotierter Unternehmen sind hier stark betroffen. Da den Kindern dadurch die nötige Zeit für Bildung und Ausbildung fehlen, haben sie in der Regel auch keine rosigen Aussichten an ihrer Misere etwas zu ändern. Ein Teufelskreis, der also nur vereint und von außen gebrochen werden kann.

Artenschutz

Dass einzelne Tierarten aussterben, ist vermutlich der natürliche Lauf der Dinge. Leider haben die Aktivitäten des Menschen, der einen immer größeren direkten Einfluss auf seine Umwelt ausübt, auch einen sehr großen Hebel und verstärkt somit diese Entwicklung massivst negativ mit. Weltweit gibt es viele Regionen, die besonderen Schutz benötigen, die Weltmeere sollen hier als bekanntes Beispiel dienen. Aber auch das zunehmende Bienensterben der letzten Jahre verdeutlicht dieses weltweit gültige Problem. Börsennotierte Unternehmen dürfen aufgrund ihrer Aktivitäten keinen negativen Einfluss auf diese Regionen und ihre oft artenvielfältige Tierwelt nehmen, um diesem Kriterium positiv zu entsprechen. Das bedeutet, dass sie dort entweder gar nicht engagiert sind oder zumindest ihre Anwesenheit entsprechend positiv managen.

Indigene Rechte

Die indigenen Rechte werden generell in den „United Nations Declaration on the Rights of Indigenous Peoples“ festgehalten. Fast 5% der Weltbevölkerung zählen hier dazu. Die wohl am bekanntesten sind definitiv die Ureinwohner Brasiliens und die Aborigines

in Australien. Indigene dürfen nicht per Zwang umgesiedelt werden, um irgendwelchen wirtschaftlichen Interessen von Konzernen zu dienen. Sie dürfen ihre definierten Gebiete auf ihre traditionelle Arte und Weise bewohnen und bewirtschaften, was gleichzeitig ihrer Lebensgrundlage dient. Ihre Gebiete sollen sogar vermehrt vor der kommerzialisierten Nutzung bewahrt werden. Leider geraten diese Bevölkerungsgruppen bzw. die Regionen die sie beleben vermehrt unter politischen und wirtschaftlichen Druck.

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