Wie funktioniert ein Index-Zertifikat

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Diesmal im Fokus: eine günstige Variante in viele Einzelaktien zu investieren, um Risiko zu streuen und unterschiedliche Regionen am Depot abzudecken. Außerdem kannst Du so auch in Rohstoffe wie z.B. Gold oder Öl veranlagen.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise von Indexzertifikaten
Beispiel ATX
Bezugsverhältnis von Index zu Index-Zertifikat
Zu beachtende Risiken
Fazit

Funktionsweise von Indexzertifikaten

Index-Zertifikate bieten eine komfortable und kostengünstige Möglichkeit, um mit einem einzigen Wertpapier einen ganzen Markt abzubilden. Denn Index-Zertifikate beziehen sich – wie der Name schon sagt – auf Börsenindizes wie z.B. den ATX, Dax oder Dow Jones. Ihre Wertentwicklung hängt direkt von allen im Index enthaltenen Aktien ab. Im Fall des Dax wird das Risiko somit auf 30 Werte verteilt. So erhältst Du wieder eine gute Risikostreuung (oder Diversifikation genannt).

Index-Zertifikate eignen sich sehr gut für Investoren, die kurz-, mittel- oder auch langfristig mit einem Steigen des Basiswertes rechnen. Mit ihnen kannst Du auch gezielt in bestimmte Regionen, Themen oder auch Rohstoffe und Währungen investieren. Mittels eines Index-Zertifikates kann also eine sogenannte Benchmark direkt abgebildet werden und Du nimmst 1:1 und unbegrenzt an der Wertentwicklung teil.

Das heißt: wenn der Index um 5 % steigt, steigt auch das Index-Zertifikat um 5 %. Umgekehrt, wenn der Index um 3 % sinkt, geht auch das Zertifikat um 3 % im Kurs zurück.

Beispiel ATX

Der ATX setzt sich auch insgesamt 20 Einzel-Aktien aus unterschiedlichen Branchen zusammen. Somit ergibt sich für Dich folgende Risikostreuung hinsichtlich der Branchen.

Quelle: Börse Wien; Abruf 07/2020

Durch die breite Zusammensetzung des Index kann die Risikostreuung gegenüber dem Investment in eine einzelne Aktie oder einer Branche verbessert werden. Somit können innerhalb des Index Verluste bei einer Aktie durch Gewinne bei einer anderen wieder ausgeglichen werden.

Index-Zertifikate haben in der Regel eine unbeschränkte Laufzeit (Open end) und enden somit nicht an einem bestimmten Datum.

Bezugsverhältnis von Index zu Index-Zertifikat

Als Anleger ist es auch ratsam auf das Bezugsverhältnis zu achten. Am besten ist dies anhand des folgenden Beispiels erklärt:

Bei einem ATX-Zertifikat mit einem Bezugsverhältnis von 100:1 kostet das Zertifikat bei einem ATX-Stand von 2.800 Punkten 28 Euro. Steigt der ATX auf 3.600 Punkte, so erhöht sich der Wert des Index-Zertifikates ebenfalls auf 36 Euro. Fällt der ATX auf 2.200 Punkte, so ist auch das Index-Zertifikat nur noch 22 Euro wert.

In folgendem Beispiel (Quelle: Wiener Börse 2020) kannst Du erkennen, dass sich die Wertentwicklung eines Index-Zertifikates auf den ATX, fast identisch wie der Basiswert verhält. Die Linien liegen beinahe übereinander (schwarze und rote Linie).

Zu beachtende Risiken

Index-Zertifikate verfügen über keinerlei Schutzmechanismen. Sie unterliegen daher zur Gänze dem Marktrisiko. Weiters sind etwaige Anpassungen der Bezugsverhältnisse bei Rohstoff-Zertifikaten und eventuell eingebaute Währungssicherungen, Quanto genannt, zu beachten (also bei Investition in ausländische Indizes, die nicht in Euro notieren).

Wichtig für die Kaufentscheidung des Anlegers ist darüber hinaus die Frage, ob das jeweilige Zertifikat in einen Performance-Index oder einen Kurs-Index investiert. Bei einem Performance-Index werden sämtliche Dividenden in den Index reinvestiert. Du als Investor wirst also an den Dividendenzahlungen beteiligt. Bei einem Kurs-Index-Zertifikat ist dies nicht der Fall. Hier wird ausschließlich an der Kursentwicklung partizipiert.

Fazit

Die Vorteile eines Index-Zertifikates liegen ganz klar darin, dass Du kostengünstig mit einem einzigen Wertpapier einen ganzen Markt in Deinem Depot abbilden kannst. So gelingt es auch, das Risiko gut zu streuen. Die Kursentwicklung der Zertifikate entspricht 1:1 dem Index (Basiswert) und ist daher jederzeit gut nachvollziehbar. Da sie in der Regel keine zeitliche Begrenzung in der Laufzeit haben (Open end), eignen sie sich v.a. für mittel- und langfristige Anleger. Beachten musst Du, dass sie keinerlei Schutzmechanismen eingebaut haben (Kapitalgarantie o.ä.).

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